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Es gibt wenige traditionsreiche Unternehmen in Deutschland, die ihre wechselvolle Geschichte zu einem guten Ende gebracht haben. Die Kölner Deutz AG ist ein positives Beispiel. Das Unternehmen hat eine über 140-jährige Tradition: 1864 gründeten Eugen Langen und Nicolaus August Otto, der Erfinder des Viertakt-Otto- Motors, die „N.A. Otto& Cie“. Die erste Motorenfabrik der Welt war der Vorläufer der Klöckner-Humboldt-Deutz AG (KHD). Der Konzern gehörte lange zu den bedeutendsten deutschen Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau. Doch 1996 drohte plötzlich das Aus. Ein neues Management konzentrierte sich nach und nach wieder auf das Kerngeschäft, den Motorenbau. Dazu wurden ganze Unternehmensbereiche wie der Anlagenbau verkauft und die verbliebenen Bereiche stärker zentralisiert.
Unterschiedliche QM-Systeme
Eine Mammutaufgabe, auch für Wilhelm Bükers, zuständig für das Qualitätsmanagementsystem der Deutz AG. Er musste Ende 1996 für die deutschen Standorte diesen Konzentrationsprozess im Qualitätsmanagementsystem organisieren. Denn innerhalb des stark dezentralisierten und weit diversifizierten Unternehmens existierten unterschiedliche QM-Systeme, die von verschiedenen Zertifizierungsgesellschaften zertifiziert waren. „Es gab zum Beispiel keine einheitlich geregelten Entwicklungsprozesse“, erinnert sich Wilhelm Bükers. Einige Produkte verließen die Werke, ohne wirklich ausgereift zu sein. Die Folge: Die Kunden waren sauer, die Qualitätskosten schossen in die Höhe. Genau hier setzten das interne Qualitätsmanagement und die Arbeit von DNV an. „Die Auditoren haben früh erkannt, wo die Defizite lagen“, so Bükers. „Das prozessorientierte Auditieren und der risikobasierte Zertifizierungsansatz gehen genau in diese Richtung und sind daher genau die richtige Methode für uns.“ Der Umbau und die Neuordnung des Qualitätsmanagements haben dann mit dazu beigetragen, dass aus dem einstigen Krisenunternehmen mittlerweile ein profitabler Konzern geworden ist.
ISO 9001 ist nur die Grundlage
Auch wenn das Unternehmen heute lediglich nach ISO 9001 zertifiziert ist, gehen die Anforderungen an das Qualitätsmanagement weit über die Forderungen der Norm hinaus. „Wir haben die ISO 9001 lediglich als Grundlage genommen und zusätzlich Methoden aus der Automobilindustrie integriert, die für unser Unternehmen sinnvoll sind“, erklärt Wilhelm Bükers. So orientiert sich der Produktentwicklungsprozess an den Anforderungen der QS 9000 und der VDA 4.3 und auch die Prozessaudits werden nach VDA durchgeführt. Die Notwendigkeit, auch die Automobil- Richtlinien zertifizieren zu lassen, gebe es noch nicht, sagt er. Trotzdem seien die Auditoren der DNV in diesen Bereichen eine große Hilfe. „Da sich die Auditoren nicht nur bei den von uns geforderten Normen, sondern auch bei den Anforderungen der Autoindustrie sehr gut auskennen, hat sich in den letzen Jahren ein QM-System herausgebildet, das zu unserem Unternehmen passt, unsere Qualitätslage verbessert und nicht nur eine Norm erfüllt“, betont Wilhelm Bükers.
Probleme sind gemeistert
Durch die lange Zusammenarbeit und die Unterstützung gerade in der schwierigen Zeit kenne DNV die Prozesse und Probleme der Deutz AG mittlerweile sehr gut, sagt Wilhelm Bükers. Seit Ende 1999 gibt es für die deutschen Standorte ein einheitliches QM-System und nur eine Zertifizierungsgesellschaft. Die Krisen sind überwunden und Wilhelm Bükers schaut nach vorne: „Jetzt begleitet uns DNV dabei, das QM-System einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess zu unterziehen“, sagt er. Schwerpunkte sind dabei die Weiterentwicklung des Produkt-entwicklungsprozesses, die Stärkung der Lieferantenqualifizierung und Absicherung der Fertigungs- und Montageprozesse.
Datum: 19 December 2006