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Brot aus Deutschland ist ein echter Exportschlager. In keinem anderen Land der Welt gibt es eine größere Vielfalt an Brotund Backwaren. Während in vielen Ländern meist nur Weizen zu Brot verarbeitet wird, verwenden deutsche Bäcker auch andere Getreide wie Roggen, Hafer, Dinkel oder Gerste. Im Werk Hameln stellt die Kampffmeyer Mühlen GmbH jährlich etwa 180.000 Tonnen hochwertige Weizen-, Roggen- und Maismahlprodukte, Grieße und andere Getreidemahlprodukte für die europäische Lebensmittelindustrie her. In fast jeder Küche sind die Produkte der gesamten Firmengruppe zu finden: Aurora, Diamant, Gloria, Müller’s Mühle, Rosenmehl und Steinmetz heißen die Qualitätsmarken der Kampffmeyer Mühlen.
Verbraucher wollen Qualität
Sicherheit und Qualität bei den Produkten sind für Lebensmittelproduzenten von entscheidender Bedeutung. „Nur einwandfreie Produkte und Marken haben langfristig auf dem Nahrungsmittelmarkt Erfolg“, weiß Ulf Müller, Leiter Qualitätsmanagement und Produktentwicklung bei der Kampffmeyer Mühlen GmbH im Werk Hameln. Durch das steigende Qualitätsbewusstsein der Endkunden und neue rechtliche Anforderungen wird effektives Qualitäts- und Risikomanagement immer wichtiger. „Das größte Risiko beim Mehl liegt in der Verunreinigung durch Fremdkörper, die die Qualität des Mehles und die Gesundheit der Verbraucher erheblich beeinträchtigen können“, erklärt Ulf Müller. Aber auch unerwünschte Mikroorganismen und Pestizidrückstände sollen die Mehlqualität nicht beeinträchtigen. Darüber hinaus wollen die Kunden keine gentechnisch veränderten Maismahlprodukte. Dafür sorgt das moderne und differenzierte Qualitätsmanagement von Kampffmeyer in Hameln, welches alle Prozesse vom Monitoring auf dem Feld über die Entwicklung neuer Produkte bis zur Herstellung und Auslieferung einschließt. Somit kann der Betrieb sicher sein, seiner lebensmittelrechtlichen Sorgfaltspflicht immer nachzukommen. Um die Qualität seiner Produkte sowie die Produktionsprozesse auf ihre Sicherheit und Effizienz hin überprüfen zu lassen und sich als Lieferant für internationale Nahrungsmittelkonzerne zu qualifizieren, hat sich Kampffmeyer am Standort Hameln durch DNV nach dem International Food Standard IFS und dem amerikanischen FPA-SAFE-Standard (SAFE = Supplier Audits for Food Excellence) zertifizieren lassen. Für Konzerne wie Kraft Foods und Wrigley, die von ihren Lieferanten ein FPA-SAFE-Zertifikat fordern, ist es wichtig, dass die FPA-Auditoren die lokale Sprache ihrer Lieferanten in Wort und Schrift beherrschen. Dies war ein ausschlaggebender Grund für Kampffmeyer, DNV als Zertifizierer auszuwählen.
Mehr als nur Normabprüfung
Bei der Zertifizierung sind Themen wie HACCP (Hazard Analysis and Critical Control Points), Lebensmittelsicherheit, Allergene sowie die Herstellungsprozesse von zentraler Bedeutung. „Der Zertifizierungsansatz von DNV geht dabei über die reine Abprüfung des Standards mit Ausstellung des Zertifikats hinaus, da die Auditoren stets nach Verbesserungspotenzialen suchen und zur Ursachenforschung anregen“, bemerkt Ulf Müller. „Unser DNV-Auditor Ralph Geyer hat während des Audits die Mitarbeiter aktiv einbezogen, ihre Handlungen im Produktionsprozess hinterfragt und die Verbindung zur Lebensmittelsicherheit hergestellt. Diese praxisnahe Vorgehensweise kam bei unseren Mitarbeitern sehr gut an und hat sie in vielen Punkten noch weiter für die Produktsicherheit sensibilisiert.“
Lebensmittelsicherheit geht vor
Doch Lebensmittelsicherheit wird bei Kampffmeyer nicht erst seit der Zertifizierung ernst genommen. Schon vorher wurden viele Prozesse optimiert, Ursachen für Fehler identifiziert und Risiken hinterfragt. So wurden zum Beispiel die Prüfintervalle bei den Siebmaschinen verkürzt, um Fremdkörper wie Glas, Metall, Holz und Steine herauszufiltern. Sollte einmal ein Teil gefunden werden, das nicht ins Mehl gehört, geht es sofort an die Ursachenforschung. Denn ist die Ursache erst bekannt, kann sie beseitigt werden. Diese, bereits vor dem Audit durchgeführte Maßnahme kam auch beim Auditor sehr gut an. „Die Analyse der Fehlerquellen und deren Beseitigung bedeuten eine Verringerung des Risikos und sind darum ein wesentlicher Bestandteil des Risikomanagements“, so Ralph Geyer, IFS- und FPASAFE- Auditor bei DNV. „Kampffmeyer Hameln ist mit der Verbesserung des HACCP-Konzeptes einen Schritt in die richtige Richtung gegangen.“ Auch das Allergenmanagement wurde in die Prüfung einbezogen. Ein wichtiges Element sind hier regelmäßig stattfindende Schulungen. „Die Mitarbeiter müssen sich bei der Verarbeitung der Lebensmittel bewusst sein, welche Risiken bei Fehlverhalten für die Produkte entstehen können“, erklärt Ulf Müller. So müssen sich die Mitarbeiter an strikte Regelungen bei der Prozess-, Produkt- und Personalhygiene halten. Zum Beispiel gibt es Vorschriften, wo Zauf dem Gelände Lebensmittel gegessen werden dürfen. „Nur so können wir sicher sein, dass nur einwandfreie Produkte unser Haus verlassen”, betont Ulf Müller.
Zertifizierung wird zum Marktvorteil
Nicht zuletzt hat sich Kampffmeyer durch die Zertifizierungen einen wichtigen Wettbewerbsvorteil verschafft. Das ist umso entscheidender, da allein unter den mehr als 300 deutschen Mahlbetrieben ein harter Verdrängungswettbewerb herrscht und immer mehr ausländische Unternehmen auf den Markt drängen. Denn auch hier gilt das alte Sprichwort: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Kampffmeyers Mühlen mahlen in diesem Sinne.
Datum: 19 December 2006