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HomeNews & InformationenDNV:Direkt - Unser Kundenmagazin >Ausgabe 1 "Qualität braucht Management"

Eine Tasse voller Qualität

​Das ostfriesische Teehandelshaus J. Bünting GmbH & Comp. feierte am 1. Mai 2006 sein 200. Jubiläum. Um auch die nächsten Jahrhunderte Spitzentee liefern zu können, hat sich das Unternehmen auf einen Zertifizierungsweg begeben.
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​Für die einen ist es Wasser mit Geschmack, für die anderen gibt es nichts Besseres als eine gute Tasse Tee. Und die liegen voll im Trend. Die traditionelle Teestunde ist wieder mehr im kommen. Rund 25 Liter trinken deutsche Verbraucher im Schnitt jedes Jahr. Das ist im europäischen Vergleich zwar nicht die Spitze, dafür legen die Teekenner hierzulande viel Wert auf eine Spitzenqualität. Diese Qualität liefert das Bünting Teehandelshaus im ostfriesischen Leer schon seit zwei Jahrhunderten. Am 1. Mai 1806 wurde die J. Bünting GmbH & Comp. von Johann Bünting gegründet. Bis heute hat sie sich unter Führung der Kaufmannsfamilie Klopp zum Großhandel für Tee und Teezubehör sowie zum Hersteller von schwarzem Tee entwickelt. Diese Tradition und die Erfahrung haben das Unternehmen weit über Ostfrieslands Grenzen hinaus zu einem der führenden Hersteller von echtem Ostfriesen-Tee gemacht. Die zum größten Teil aus Assam bestehende Ostfriesenmischung ist eine norddeutsche Tradition. Mit Sahne und Kandis zelebrieren die Flachlandbewohner die Teezeremonie: Dabei gießen sie zunächst den heißen Tee auf knisternden Kandis, anschließend wird mit einem Speziallöffel entlang des Tassenrandes Sahne hinzugegeben. Eine Sünde begeht, wer das Ganze umrührt. Denn am Anfang kommt die cremige und etwas kühlere Sahneschicht, gefolgt vom herben Geschmack eines echten Ostfriesentees, gekrönt durch die typische Süße am Schluss.

Seit 200 Jahren im Teegeschäft
Auch wenn das Handelshaus im Versandgeschäft tätig ist, die Hauptkunden kommen in erster Linie aus dem Nordwesten Deutschlands. „Dabei hat natürlich das ostfriesische Teetrinkergebiet für uns die größte Bedeutung“, erklärt Ralf Töpfer. Hier wird mit einem Verbrauch von 2,5 Kilogramm Schwarztee pro Kopf und Jahr die zehnfache Menge im Vergleich zu Gesamtdeutschland verkonsumiert. Die Leeraner führen zudem ein reichhaltiges Sortiment an Kräuter- und Früchtetees sowie Teezubehör. Alles natürlich von allerfeinster Qualität. Dafür bürgt Ralf Töpfer gleich in doppelter Weise. Er ist zum einen Büntings Qualitätsmanagementbeauftragter (QMB), zum anderen aber auch als zweiter Teetester für den Einkauf der edlen Blätter mit verantwortlich. In dieser Doppelfunktion weiß Ralf Töpfer am besten, wie wichtig die Qualität für den Erfolg des Unternehmens ist.


Einstieg ins Food-Safety-Management
Seit 1997 ist das Unternehmen daher von DNV nach dem Qualitätsstandard ISO 9001 zertifiziert. Für Bünting ist das der Einstieg in das Food Safety Management. „Die zunehmenden gesetzlichen Anforderungen, die Gewährleistung der Lebensmittelsicherheit nachweislich, also dokumentiert darlegen zu können, war einer der wichtigsten Gründe für die Zertifizierung“, erklärt Ralf Töpfer. Darüber hinaus sollte überprüft werden, wie wirksam und beherrschbar die Prozesse im Unternehmen ablaufen. Doch auch von externer Seite gab es die klare Forderung, die Prozessabläufe im Unternehmen lückenlos zu dokumentieren. „Dies führte dazu, dass eine große Überzeugungsarbeit innerhalb des Unternehmens dafür geleistet werden musste, nunmehr die Arbeitsprozesse in Form von Verfahrens- und Arbeitsanweisungen zu dokumentieren“, erinnert sich der Qualitätsmanager.

IFS-Zertifizierung im Blick
Die Überzeugungsarbeit hat sich gelohnt. Denn die Zertifizierung zeigt deutliche Erfolge, die von DNV im Anfang 2006 durchgeführten Re-Zertifizierungsaudit bestätigt wurden: „Besonders im Verkauf gibt es sehr viele Instrumente, die sicherstellen, dass die Kundenzufriedenheit im Mittelpunkt steht. Anregungen der Kunden werden oft prompt und unbürokratisch in die Tat umgesetzt“, lobt das DNVAuditorenteam. Und auch Ralf Töpfer kann berichten, dass die Prozesse transparenter geworden sind und noch vorhandene Dokumentationslücken geschlossen wurden. „Außerdem haben wir Verständnis für Kunden-Lieferanten-Beziehungen auch innerhalb der Prozessabläufe im Unternehmen geweckt“, sagt Ralf Töpfer. Doch das reicht dem QMB noch lange nicht. „Im Sinne des TQM-Gedankens sind wir vielmehr bestrebt, das bislang erreichte zu sichern und weiter zu verbessern“, so Ralf Töpfer. So habe man sich dazu entschlossen, das QM-System weiter in Richtung Food-Safety-Managementsystem auf Grundlage des IFS-Standards zu entwickeln. „Mittelfristig streben wir die IFS-Zertifizierung an“, so Ralf Töpfer.


Handeln statt Tee trinken
Für Bünting ist dieser Zertifizierungsweg ein Muss, um im harten Teewettbewerb weiter bestehen zu können. „Mittelfristig werden zertifizierte Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil haben, da seitens des Handels der Bedarf an nachweislich kompetenten Geschäftspartnern zunehmen wird“, ist sich Ralf Töpfer sicher. „Abwarten und Tee trinken“ – diese Devise gilt bei Bünting sicher nicht.

Datum: 19 December 2006