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Wie kann ein Unternehmen den steigenden Anforderungen gerecht werden und einen langfristig positiven Effekt mit seinem Bericht erzielen? Diese zentrale Frage stand im Fokus des Global Corporate Responsibility (CR) Reporting-Summit, der im März erstmals in Berlin stattfand. Rund 120 Teilnehmer aus Unternehmen diskutierten, wie Unternehmen den Forderungen von Kunden, Politik und Gesellschaft nach Corporate Responsibility glaubwürdig nachkommen können. Vor allem in Deutschland beurteilt die Öffentlichkeit die Bemühungen der Unternehmen häufig als nicht langfristig genug und kaum ernst gemeint. Grund dafür ist, dass viele Firmen zwar Verantwortung predigen, in der Praxis es aber oft mit den eigenen Grundsätzen nicht allzu genau nehmen. Ralf Schmackpfeffer, CR-Experte bei DNV, mahnt daher: „Um glaubwürdig zu sein, dürfen CR-Aktivitäten nicht im freien Raum schweben.“ Vielmehr müssten die CR-Aktivitäten strategisch in das Unternehmenskonzept eingebettet sein und sich in den Kernprozessen wiederfinden. Nur wenn diese Grundvoraussetzung gegeben sei, würden die Stakeholder den CR-Bericht ernst nehmen.
CR Themen sind von großer Bedeutung
In Deutschland wird dabei vor allem auf die Einhaltung von anerkannten Leitlinien von unabhängigen Organisationen wie der Global Reporting Initiative (GRI) geachtet. Ebenso trägt eine Überprüfung der CR-Berichte durch externe Gutachter zur Glaubwürdigkeit bei. „Wir erleben, dass die Begutachtung in den Unternehmen den Blick für die wesentlichen CR Themen schärft und oft ein zusätzlicher Ansporn ist, die Berichte besonders korrekt, vor allem aber ausgewogen zu gestalten“, bestätigt Schmackpfeffer. Das erhöhe die Glaubwürdigkeit und die Qualität des Berichtes. Die Unternehmen haben die Notwendigkeit jedenfalls erkannt. Ethisches Verhalten, Wahrnehmung gesellschaftlicher Verantwortung und offene Kommunikation stehen ganz oben auf der Agenda. Uneinigkeit besteht nur darüber, welche Maßnahmen zu einer umfassenden CR Strategie gehören. Instrumente sind zum Beispiel internationale Standards wie SA 8000 (Social Accountability International) oder AA 1000 (Accountability 1000), die OECD-Leitsätze, die Prinzipien des Global Compact bis hin zu vielen individuellen Programmen und Initiativen wie Erklärungen auf Länder- und Verbandsebene. Jetzt will die Internationale Organisation für Normung (ISO) mit der neuen Norm ISO 26000 Unternehmen und Organisationen einen Leitfaden bieten, an dem sie sich orientieren können.
DNV ermutigt für Engagement für Social Responsibility
Darin wird festgelegt, was soziale Verantwortung ausmacht und wie sie auf allen Gebieten unternehmerischen Handelns und in allen Ebenen einer Zulieferkette praktisch umgesetzt werden kann. 275 Teilnehmer aus 54 ISO-Mitgliedsländern und 28 internationalen Organisationen, darunter DNV, entwickeln zurzeit in einer Arbeitsgruppe den neuen Standard. Schwerpunkte liegen bei den Themen Umweltschutz, Menschenrechte und Arbeitsbedingungen, organisatorische Unternehmenssteuerung und faire Methoden im geschäftlichen Umgang sowie Kundenbelange und gesellschaftliche Beteiligung und Entwicklung. Die Norm wird voraussichtlich kein zertifizierbarer Standard und kein Managementsystemstandard sein, sondern ein freiwilliger Leitfaden. „Inwieweit eine solche Guideline zur Anwendung kommen wird, hängt von der Qualität des Werkes ab und von den Möglichkeiten, wie ein Unternehmen sich bei der Anwendung dennoch spezifisch darstellen kann“, konstatiert Ralf Schmackpfeffer. Mit der Implementierung von geeigneten Instrumenten zum Management von unternehmerischer Verantwortung kommen Unternehmen ihrer Verpflichtung zu sozial verantwortungsvollem Handeln nach. Sie schützen so den Wert und das Image ihres Unternehmens und schaffen Vertrauen bei den Konsumenten. Als internationaler Marktführer für Dienstleistungen im Risikomanagement bewertet und zertifiziert DNV schon heute im Auftrag von Unternehmen CR-Aktivitäten. Die Norm SA 8000 etwa garantiert menschenwürdige Arbeitsplatzbedingungen und anerkannte Arbeitnehmer- und Menschenrechte. Ein SA-8000-Zertifikat stellt gegenüber Verbrauchern die Einhaltung dieser grundlegenden Bedingungen sicher. Weitere CR-Instrumente von DNV sind die Umsetzung einer ethisch nachhaltige Supply Chain, die Reduzierung der Betrugs- und Korruptionsanfälligkeit, die Bewertung der Transparenz und der unternehmerischen Verantwortung sowie die Verifizierung von Nachhaltigkeitsberichten. Diese Tools dienen dazu, die verantwortliche Unternehmensführung in allen Bereichen zu optimieren. „Ziel unserer Arbeit ist es, zu einem nachhaltigen Engagement für Social Responsibility zu ermutigen, was zugleich ein wesentliches Betätigungsfeld von DNV ist“, so Ralf Schmackpfeffer.
Datum: 21 October 2008