Skip Ribbon Commands Skip to main content

DNV

HomeNews & InformationenDNV:Direkt - Unser Kundenmagazin >Ausgabe 4 "Mit Qualität sicher in die Zukunft"

Alles neu verpackt

​Höchste Anforderungen an Hygiene und Betriebsorganisation erfüllt Perga-Plastic aus Walldürn (Odenwald). Durch die BRC-Zertifizierung werden die hohen Standards nachhaltig gesichert, und so auch die Arbeitsplätze.
A | A | A
​In der Küche werden sie achtlos aufgerissen und weggeworfen. Folien sind lästige Verpackungen, die aufwendig entsorgt werden müssen. Doch ohne diese Folien würde kaum etwas frisch beim
Verbraucher ankommen. Rund 300 verschiedene Einwickelbögen, Beutel, Tragetaschen und Säcke bietet die Walldürner Firma Perga-Plastic GmbH dafür an. „Je nach Bedarf sind sie mal breiter, mal größer, haben ausgestanzte Grifflöcher, Verstärkungsblätter oder werden bei uns bedruckt“, erzählt Geschäftsführer Bernhard Hansmann. Im Laufe eines Jahres werden rund 20.000 Aufträge abgewickelt und zwei Milliarden Portionen frische Lebensmittel im Einzelhandel mit diesen Folien verpackt, damit sie frisch und sauber bleiben.


Eine große Bedeutung für die Industrie hat der „BRC Global Standard for Packaging and Packaging Materials“. Das Regelwerk ist ein klar umrissener Standard für das Hygienemanagement und die Qualitätssicherung in der Verpackungsindustrie. Die neue Version drei, die seit dem 1. Juli 2008 verbindlich ist, setzt zudem auf das Ressourcenmanagement und die Verantwortung der Unternehmensleitung. Doch schon die Vorläuferversion stellte für die Perga-Plastic-Mitarbeiter eine echte Herausforderung dar. „Wir haben hier alles auf den Kopf gestellt“, sagt Hansmann. Immer häufiger besteht die Lebensmittelindustrie, aber auch zunehmend das Lebensmittelhandwerk, bei den Lieferanten auf europaweit anerkannte Zertifikate.

Zertifizierung nach BRC
Vor zwei Jahren hat das Unternehmen entschieden, eine Vorreiterrolle bei den Lebensmittelverpackern einzunehmen und sich nach dem BRC IoP (British Retail Consortium, Institute of Packaging) zertifizieren zu lassen. Dafür wurden bei Perga-Plastic hohe Investitionen getätigt. Allein die Baumaßnahmen, wie der Einbau von Trennwänden, Fliegengittern und Fliegenlampen, der Umbau von Schleusen, die Installation einer Schließanlage sowie die Einrichtung einer betriebseigenen Wäscherei, kosteten rund 500.000 Euro. Größter Kostenpunkt aber war die neue Belüftungsanlage. Die neue Anlage sorgt unter anderem dafür, dass es keine Fliege mehr schafft, gegen den Luftstrom einzudringen und sich in eine Folie zu schummeln.
Um den neuen Nachhaltigkeitsanforderungen des BRC-Standards zu entsprechen, setzt Perga-Plastic auf Innovationen. Die Folien bestehen unter anderem aus recyclingfähigem Polyethylen (PE) und sind mit einem Gewicht von teilweise bis zu sieben Gramm pro Quadratmeter extrem dünn. „Ressourcenschonender kann man Lebensmittel gar nicht einpacken“, weiß Hansmann.

Feste Vorgaben sichern Hygiene
Für die BRC-Zertifizierung mussten aber auch die Arbeitsabläufe neu organisiert werden. Während früher Lieferfahrzeuge kurzerhand auf den Hof fuhren und so mancher Betriebsfremde in den Hallen herumspazierte, herrschen jetzt strenge Kontrollen. Für Besucher gibt es nur noch einen Eingang, an dem sie sich an- und abmelden müssen. Jeder wird mit einem Haarnetz und einem Einwegkittel ausgestattet. Auch die Mitarbeiter können nicht mehr in jeden Bereich. Eine Transponderlösung ersetzt mittlerweile die Schlüssel, jedem Mitarbeiter wird nur noch in bestimmte Bereichen Zutritt gewährt. Transporte über den Hof sind für unverpackte Fabrikate tabu. Die Maßnahmen sollen die Hygiene verbessern. Wie auch das Verbot von Glasflaschen und Metallen, die zerbrechen könnten. Die Rollen dürfen nur noch mit bestimmten Messern aufgeschnitten werden. Für die Mitarbeiter entstanden neue Desinfektionsstationen sowie Waschräume. Die neue Arbeitskleidung muss nach Feierabend auf dem Firmengelände bleiben, was ebenso kontrolliert wird wie das Tragen der Haarnetze und das häufige Wechseln der Arbeitskleidung.

„Das ist alles Gewöhnungssache“, weiß die Qualitätsmanagementbeauftragte Ellen Metzger, „ebenso wie die neuen Personalwege und die Forderung, alle Türen stets geschlossen zu halten.“ Alle Mitarbeiter durchliefen Schulungen. Die rund 90 Mitarbeiter der Produktion in Walldürn absolvierten zudem eine spezielle Schulung, das sogenannte Infektionsschutzprogramm. „Wir sind absolut auf dem neuesten Stand, vielleicht sogar ein bisschen darüber hinaus“, freut sich Hansmann. „Wir haben noch nie so geordnete Verhältnisse gehabt.“ Der Geschäftsführer hat schon weitere Verbesserungen im Visier: Da in einem halben Jahr erneut ein Audit nach der neuen BRC-Norm ansteht, wurden fünf Mitarbeiter als Kontrolleure der Neueinführungen abgestellt. „Noch in diesem Jahr werden wir uns,“ sagt Hansmann, „um die DIN 14001 bemühen und uns mit den Themen Sicherheit und Verbraucherschutz auseinandersetzen.“

Datum: 21 October 2008