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Pressemitteilung: Lebensmittelhersteller haben Klassenziel bei Nachhaltigkeits-Themen noch nicht erreicht

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Essen/Bonn: In Zusammenarbeit mit der landwirtschaftlichen Fakultät der Universität Bonn ging DNV der Frage nach, welchen Wert die Ernährungsbranche der Nachhaltigkeit und Bio-Produktion beimisst – mit zum Teil überraschenden Ergebnissen.

 

Ob Gammelfleisch im Döner, Antibiotika im Schweinefleisch oder jüngst die zu hohen Dioxin-Werte in Eiern: Mit trauriger Regelmäßigkeit erschüttern Lebensmittelskandale die Republik. Der ersten Aufregung folgt dann meist – auf Seiten der Konsumenten – die Forderung nach biologisch produzierten Lebensmitteln. Im Rahmen einer Studie ging die unabhängige Stiftung DNV (Det Norske Veritas) in Zusammenarbeit mit der landwirtschaftlichen Fakultät der Universität Bonn nun der Frage nach, welchen Wert die Ernährungsbranche der Nachhaltigkeit und Bio-Produktion beimisst – mit zum Teil überraschenden Ergebnissen.

Die Studie mit dem Arbeitstitel „Nachhaltigkeit in der Ernährungsbranche“ wurde von DNV in Zusammenarbeit mit der landwirtschaftlichen Fakultät der Universität Bonn durchgeführt. Befragt wurden rund 5.000 Unternehmen aus der Rohstoff produzierenden Landwirtschaft, der verarbeitenden Nahrungsmittelindustrie und aus dem Lebensmittelhandel. Dabei standen Fragen zur geographischen Herkunft der Rohstoffe und zum biologisch erzeugten Anteil an der Gesamtproduktion im Fokus. Außerdem fragte DNV nach dem Stellenwert von Nachhaltigkeitskriterien für die Hersteller. Wichtigster Faktor: Wie weit ist „Nachhaltigkeit“ bereits in die Wertschöpfungskette integriert?

Bei der geographischen Verteilung der Rohstoffproduktion fiel auf, dass mit 38 Prozent die regionale Produktion inzwischen knapp vor national (30 Prozent) bzw. global erzeugter Ware (32 Prozent) rangiert. Die Gründe dafür liegen in der stärkeren Akzeptanz und Nachfrage seitens der Bevölkerung. Rund zwei Drittel (66 Prozent) der Unternehmen setzen nach eigenen Angaben auf biologisch produzierte Rohstoffe. Interessanterweise ist der Anteil an der Gesamtproduktion aber meist nur gering. So gaben 84 Prozent an, maximal ein Viertel ihrer Produktion auf biologisch erzeugte Rohstoffe zu stützen. Lediglich 6 Prozent der Hersteller setzen hauptsächlich auf biologische Produktion (Anteil an Gesamtproduktion über 50 Prozent).

Verblüfft waren die DNV-Forscher auch aufgrund der Antworten im Themenkomplex „Nachhaltigkeit“: Zwar hält der überwiegende Teil der Befragten die Integration von Nachhaltigkeitskriterien in die Wertschöpfungskette für sinnvoll und wichtig. Gleichzeitig gaben aber 41 Prozent an, nur unzureichend über Nachhaltigkeitsindikatoren wie Kinderarbeit, CO2-Ausstoß, Wasserverbrauch oder Biodiversität informiert zu sein. Gängige Mess- und Kontrollverfahren wie der Carbon Footprint oder Verfahren zur Lebenszyklusanalyse von Produkten waren der Hälfte der Unternehmen sogar gänzlich unbekannt.